Verkehrsmittelwahl

Der Begriff der Verkehrsmittelwahl beschreibt, welches Verkehrsmittel für einen bestimmten Weg genutzt wird. Nicht für jeden besteht dabei immer eine echte Wahlmöglichkeit. Interessant wird die Situation dann, wenn alternativ unterschiedliche Verkehrsmittel genutzt werden können. Die Wahl kann dabei auch einschließen, dass der Weg mit einem anderen Verkehrsmittel zu einer anderen Zeit zurückgelegt wird oder dass der Zweck des Weges an einem anderen Ort erfüllt werden kann, zu dem man mit Hilfe eines anderen Verkehrsmittels gelangt.
Der prozentuale Anteil der unterschiedlichen Verkehrsmittel an den zurückgelegten Wegen, also das ergebnis der Verkehrsmittelwahl wird als Modal Split bezeichnet. Dieser kann beispielsweise für unterschiedliche Gebiete (Städte, Bundesländer, Länder), für unterschiedliche Personengruppen (Unterscheidung nach Alter, Geschlecht, sozioökonomischen Gruppen etc.) und für unterschiedliche Wegezwecke (Schule, Arbeit, Einkauf, Freizeit etc.) erfasst werden.
Die Verkehrsmittelwahl beruht nicht nur auf rein rationalen Gründen wie Reisegeschwindigkeit oder privaten Kosten, sondern spiegelt darüber hinaus die Vielfalt und Subjektivität menschlichen Handelns wider. Verkehrsmittel erfüllen nicht nur Transportfunktionen. Sie können auch Orte der Kommunikation, der Präsentation, der Entspannung oder des Sporttreibens sein. Ihre Wahl für einen konkreten Zweck lässt sich oft auf Gewöhnung, Bequemlichkeit, gute oder schlechte Erfahrungen, Wissensdefizite und ähnliche Gründe zurückführen. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Verkehrsmittelwahl einer Person zudem stark von den Wertvorstellungen und dem Verhalten für sie wichtiger Bezugspersonen geprägt wird.
Innerhalb unserer Gesellschaft nimmt das Automobil eine besondere Stellung ein. Es eröffnet eine Welt voller Faszination und Symbolik, der sich nur wenige entziehen können. Als Statusobjekt verkörpert es die Identität des Besitzers. Autos ermöglichen Gefühle, die der Alltag oftmals verwehrt: Stolz, Größe, Unabhängigkeit, Individualität. Die immer stärkere Ausprägung dieser "Individualität" und die heute damit einhergehende verstärkte Nutzung des eigenen Pkw stellt uns vor gravierende Probleme, welche weit über die alleinigen Umweltwirkungen hinausgehen.

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