Stadtstruktur

Die Struktur einer Stadt gibt einen Rahmen vor, welcher viele Bereiche des Lebens ihrer Bewohner langfristig beeinflusst. Sie ist dabei nicht starr, sondern reagiert auf sich verändernde Rahmenbedingungen, wie z.B. Preise, Gesetze oder Wertvorstellungen in der Gesellschaft. Diese Reaktionen sind komplex und laufen gemessen am menschlichen Handeln zumeist recht langsam ab. Die Struktur einer Stadt ist also zugleich Grundlage und Ergebnis menschlichen Handelns.

Kaum einer der anderen Faktoren ist so stark von historischen Bezügen geprägt wie die Entwicklung unserer Städte: Finanzkrisen und Baubooms, Kriegsauswirkungen, die gewachsene Stadtstrukturen zerstörten und Platz für neue Entwicklungen schufen, Parteien mit ihren verkehrspolitischen und stadtplanerischen Leitlinien - all dies hat Spuren hinterlassen.

Die Stadtstruktur bestimmt die Verteilung von wichtigen Zielen: Einkaufsmeilen, Gewerbegebieten, Wohnarealen, Kulturstätten. Die mehr oder weniger gute Erreichbarkeit dieser Punkte wird durch das Verkehrssystem gewährleistet: Straßen mit Autos und Taxis, Fuß- und Fahrradwege, Straßenbahnen, Buslinien, Eisenbahnstrecken, Flugplätze. Dabei kann je nach Größe, Lage und historischer Entwicklung der Stadt den einzelnen Verkehrsträgern ganz unterschiedliche Bedeutung zukommen.

Jede Veränderung der Stadtstruktur findet ihren Niederschlag auf ökologischem, sozialem und ökonomischem Gebiet. Wenn die Rahmenbedingungen es zulassen, sollte sie deshalb nur in kleinen Schritten verändert werden. So können größere, destabilisierende Verwerfungen auf diesen Gebieten vermieden werden.