Die Verkehrssicherheit ist für viele ein sehr wichtiger Wirkungsfaktor im Verkehrsbereich. Sie beeinflusst unser Verhalten im Verkehr sowie unsere Ziel- und Verkehrsmittelwahl in hohem Maße. Wird die eigene Sicherheit oder z.B. die der Kinder subjektiv als nicht ausreichend empfunden, entstehen Ängste. Im Resultat werden die eigenen bzw. die Bewegungsmöglichkeiten der Kinder eingeschränkt oder die Wege werden mit Hilfe anderer, vermeintlich sicherer Verkehrsmittel zurückgelegt. Viele Kinder werden deshalb zur Schule oder zu Freizeiteinrichtungen gebracht und auch wieder dort abgeholt. Es entstehen Abhängigkeiten und die Kinder müssen, zumeist häufiger als es ihrer Entwicklung gut täte, auf eigene Erfahrungen und Aktivitäten verzichten. Alte, Kranke und unsichere Menschen müssen ähnliche Einschränkungen hinnehmen. Fast jeder ist in seinem Leben also mehrfach selber betroffen. Angstgefühle durch zu große Gefahren im Verkehr wirken, selbst ohne direkt erlebtes Unfallereignis, auf die Menschen. Hinzu kommen Verletzungen, Behinderungen und Leid, wenn wirklich "etwas passiert" ist.
Glücklicherweise nimmt die Zahl der Verkehrstoten aufgrund erhöhter Sicherheitsstandards bei den Verkehrsmitteln sowie verbesserter Soforthilfe immer weiter ab. Die Anzahl der Verletzten verringerte sich hingegen in den vergangenen zehn Jahren nicht in gleichem Umfang. In Deutschland starben im Jahr 2005 etwa 5360 Menschen im Straßenverkehr. Das waren etwa 95 % aller Verkehrstoten in Deutschland. Zu den Opfern der Straße zählten nicht allein die Autofahrer, sondern auch fast 700 Fußgänger und 575 Radfahrer. Im selben Jahr wurden alleine in Deutschland fast 77.000 Menschen bei Verkehrsunfällen schwer und über 350.000 Menschen leicht verletzt.
Das Lebenszeitrisiko innerorts im deutschen Straßenverkehr schwer verletzt zu werden, liegt heute bei 1:20. Es wird also jeder 20. von uns im Verlaufe seines Lebens durch einen Verkehrsunfall innerhalb einer Ortschaft schwerverletzt werden. Werden auch die Unfälle außerhalb der Ortschaften mit betrachtet, wird es (bitte abzählen) sogar jeden Dreizehnten von uns treffen (natürlich nicht mich). Die Unfallschwere hängt neben dem Aufbau der Unfallgegner entscheidend von ihrer Geschwindigkeit und ihrer Masse ab. Eine Halbierung der Geschwindigkeit führt dazu, dass während eines Unfalls nur noch ein Viertel so viel kinetische Energie umgesetzt wird. Dementsprechend "milder" werden die Unfallfolgen ausfallen. Über die Verantwortung für seine eigene Person hinaus trägt jeder auch immer Verantwortung für die anderen Verkehrsteilnehmer. Diese immer wahrzunehmen ist nicht einfach, kann jedoch helfen, viel eigenes und fremdes Leid zu vermeiden.