Projekt: Buskultour Wandsbek

Rudolf-Roß-Allee > Stoltenstraße



Beschreibung

Horner Moor - ein kleiner Park mit einem Teich, der ehemals ein Naturbad war. Im südlichen Teil liegen ein großer Spielplatz und ein Fahrradtrainingsplatz. Außerdem grenzt die Schule Speckenreye an diesen Park.

Zur geomorphologischen Geschichte:

Früher vermutete man in diesem kleinen Gewässer ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, doch die hatte auf der Geest keine Senken hinterlassen. Nachdem die Gletscher auf der Linie Rahlstedt-Stemwarde-Grande zum Stehen gekommen waren, schmolzen sie vor etwa elftausend Jahren ab und hinterließen bis zum Rande des Elbe-Urstromtals ein ebenes, ewig feuchtes Gebiet. Auf der Geest muss man selbst heute noch nur einen Meter tief graben, um auf feinen weißen Sand zu stoßen, wie man ihn an der Ostsee findet.

Wenn der Teich auf der Flurkarte von 1751 noch nicht eingezeichnet war, wohl jedoch auf der Dorfkarte von 1826, dann muss in diesen 75 Jahren etwas geschehen sein, was nicht die Natur zu verantworten hat. Sehr wahrscheinlich war es 1780 die öffentliche Verlosung großer Teile der Gemeindeweide an alle berechtigten Bauern. Die wollten auf ihren neuen Äckern selbstverständlich ernten, doch im Bereich um den heutigen Moorteich war das nicht möglich, weil hier alles sehr feucht war und oft unter Wasser stand, was die Karte von 1751 beweist. Deshalb ließ die Dorfgemeinschaft gleich am Südostrand der verlosten Flurstücke große Erdmengen ausheben, damit sich das Wasser der Umgebung in der nun vorhandenen tiefen Kuhle sammeln konnte. Bald war ein Teich entstanden, den man im Dorf nur noch als „Moor“ bezeichnete.

 

70-jährige Nutzung als Badeanstalt

Im Jahre 1908 wurde aus der westlichen Hälfte des Moorteichs eine Badeanstalt mit offener Umkleidehalle. Schon im ersten Sommer kamen 91.000 Badegäste.

Seinerzeit wurde noch getrennt gebadet. Immer im täglichen Wechsel war morgens für männlichen und nachmittags für die weiblichen Badegäste geöffnet. Nur sonntags durfte die ganze Familie baden! Öffentlich und auf Karten hieß es übrigens immer "Badeplatz Horner Moor". Die Bezeichnung "Badeanstalt" setzte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch.

Hygienisch gesehen war das Wasser von bester Qualität. Dafür sorgten tausende von "Moorlieschen", kleine Fische, die sich gierig auf jeden Tropfen stürzten, der so manchem entrann. Das Moor war früher für Angler interessant, heute jedoch gehen fast nur noch die grätenreichen kleinen Rotaugen an den Haken.

Mitte der 1970er Jahre begann die Zeit der Erlebnisbäder, allen voran das Aschbergbad in Hamm. Immer weniger Menschen zog es nun zum kühlen Moorwasser. Vor allem Kinder blieben weg und an Wochenenden folglich auch die Familien. Im April 1981 wurde die Schließung vom Bezirksamt genehmigt.

Nach Umbau zur Parkanlage zeugt lediglich ein Teil der einstigen Umgrenzungsmauer vom alten "Badeplatz Horner Moor" ...und natürlich der jetzt etwas kleinere Natursee selber. Es ist immer noch schön hier!

Quelle: http://hornertv.tripod.com/moor.htm
           http://schule-speckenreye.hamburg.de

Ergebnis

Eine Befragung zum Einzugsgebiet des Parkes hat ergeben, dass der Park zu 98% von den Bewohnern aus einem Umkreis von 1000m aufgesucht wird.

Ballspiele, Spaziergänge mit dem Hund und die Nutzung des Spielplatzes stehen dabei im Vordergrund.

Bewertung

Zugeordnete Wirkfaktoren und Zentrale Faktoren:

Kommentare

Bewertung

Gehört in die Rubrik Bewertung nicht die Bewertung der Untersuchungsergebnisse?

Malte

...

Wenn ich gewusst hätte, dass der Streckenabschnitt so einfach ist...